Brandenburger Digital- und Verwaltungstag 2026 in Wildau – Staatsmodernisierung, Künstliche Intelligenz und Cybersicherheit im Mittelpunkt
- Erschienen am - PresemitteilungDigitalminister Dr. Benjamin Grimm: „Moderne Verwaltung auf der Höhe der Zeit“
Wie kann Verwaltung moderner, digitaler und bürgernäher werden? Darüber diskutieren heute Vertreterinnen und Vertreter aus Land, Kommunen und Wissenschaft beim Brandenburger Digital- und Verwaltungstag 2026 an der Technischen Hochschule Wildau. Im Mittelpunkt stehen Staatsmodernisierung, gemeinsame Standards und eine stärkere Zusammenarbeit zwischen Land und Kommunen.
Brandenburgs Minister der Justiz und für Digitalisierung, Dr. Benjamin Grimm, eröffnete mit seiner Keynote die inhaltliche Diskussion. Dabei stellte er insbesondere die Digitalstrategie des Landes, den Einsatz Künstlicher Intelligenz in der Verwaltung, die Cybersicherheit sowie konkrete Ansätze zur Staatsmodernisierung in den Mittelpunkt.
Digitalminister Dr. Benjamin Grimm: „Die Menschen erwarten zu Recht einen Staat auf der Höhe der Zeit, – einfach, schnell und verlässlich. Digitalisierung ist dafür kein Selbstzweck, sondern ein entscheidender Hebel. Wir müssen unnötige Schriftformerfordernisse abbauen, Verfahren beschleunigen und digitale Lösungen so entwickeln. Gleichzeitig gilt: Je digitaler unser Staat wird, desto wichtiger wird seine Sicherheit. Deshalb gehören Staatsmodernisierung, Künstliche Intelligenz und Cybersicherheit für mich untrennbar zusammen. Unser Ziel ist eine moderne Verwaltung auf der Höhe der Zeit, die den Menschen das Leben leichter macht und gleichzeitig handlungsfähig und sicher bleibt.“
Ein wichtiger Ansatzpunkt für eine bürgernahe Verwaltung ist der Abbau unnötiger Formerfordernisse. Bund und Länder haben sich im Rahmen der Föderalen Modernisierungsagenda darauf verständigt, die Schriftform künftig nur noch dort vorzusehen, wo sie tatsächlich erforderlich ist. Ab dem 1. Juli 2027 soll die Schriftform in vielen Fällen auch durch ein elektronisches Dokument, beispielsweise eine E-Mail, erfüllt werden können. Brandenburg hat die bestehenden Formerfordernisse bereits weitgehend erfasst und geprüft; nun stehen Umsetzung und notwendige Rechtsänderungen an.
Auch die Beschleunigung von Verwaltungsverfahren spielt eine zentrale Rolle. Dazu wird derzeit geprüft, in welchen Bereichen auf ein Widerspruchsverfahren verzichtet werden kann. Ziel ist es, die Gesamtverfahrensdauer zu verkürzen, ohne den effektiven Rechtsschutz zu gefährden. In Brandenburg sind dabei alle Fachressorts in den Prüfprozess einbezogen.
Ein weiterer Schwerpunkt ist Künstliche Intelligenz in der Verwaltung. Dabei setzt Brandenburg auch auf die Nachnutzung bereits entwickelter Lösungen. So soll das KI-System „LLMoin“ im nächsten Jahr auch den Kommunen zur Nachnutzung angeboten werden.
Zugleich appellierte Dr. Benjamin Grimm an die Kommunen und Landkreise, Cybersicherheit als gemeinsame Daueraufgabe zu verstehen. Eine leistungsfähige digitale Verwaltung müsse nicht nur nutzerfreundlich und effizient, sondern auch resilient und sicher sein.
Der Brandenburger Digitaltag wurde in diesem Jahr mit dem Brandenburger Verwaltungstag zusammengeführt. Organisiert wird die Veranstaltung von der Technischen Hochschule Wildau beziehungsweise EDIH, der DigitalAgentur Brandenburg und dem Ministerium der Justiz und für Digitalisierung. Neben Vorträgen und Diskussionen stehen Workshops sowie ein „Markt der Möglichkeiten“ auf dem Programm. Das Ministerium beteiligt sich unter anderem mit Angeboten zu digitalen Verwaltungsleistungen, der Behördennummer 115 und „LLMoin“.